Dezentrale Vertrauensstrukturen durch lokales Engagement stärken

Menschenbild revidieren

Dienen kollektive Gruppen (Firmen, Verwaltungen, etc.) menschlichen Werten, die sich an menschlichen Subjekten orientieren, die – wie gesetzlich festgeschrieben – mündig und verantwortlich sind, resultieren auch Organisationen, die einem höheren Zweck dienen. Die das Wohl aller höher stellen als das Ego einzelner. Das kann genauso für Kapital- wie Personengesellschaften gelten und umgesetzt werden. Dafür braucht es Führungskräfte, die Führung nicht mit Zahlen, Daten und Fakten verwechseln. SMARTe Führungskräfte sagen „Moment, wir machen das hier etwas anders und das ist gut so“ und mit dem engsten Führungskreis definieren sie die Basis der Existenz. Eine Existenz, die definiert welche wirtschaftlichen Grundlagen gegeben sein müssen, um dem kollektiven Purpose in Einklang mit gemeinsam definierten Werten nachgehen zu können. Auf dieser Basis werden dann je nach Kultur der Organisation pro Team und/oder Einheit die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ziele abgeleitet und damit in diesem Prozess Beziehungen gestärkt.

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Geschichten des Gelingens in die Welt bringen

Bereits Urvölker kennen das Gebot des „Ältesten“. Deshalb brauchen wir nicht möglichst viele Junge der Generationen Y oder Z, die Organisationen bereits leiten, um neue Antworten zu implementieren. Wir brauchen vielmehr erfahrene Menschen, die einer oben erwähnten Haltung selbstreflektiert auf ihre individuelle Art eine zeitgemässe Bedeutung schaffen. Den Leidenschaft und Begeisterung kommt von Innen. Von dort entstammt auch Intuition, auf welcher Erfahrung basiert und sich ein menschlicher Kern entwickelt. Deshalb können wir nicht von Jugendlichen erwarten, dass sie intrinsisch stabil, kraftvoll und motiviert sind und Führung in der Schulbank lernen. Sie brauchen die Freiheit ihren Weg zu gehen, um ihre Intuition zu nähren. Es braucht hingegen Ältere, die im Zweifel ihrem Schatten in die Augen schauen und Entwicklung annehmen und gehen. Sprich, wenn Zahlen, Daten, Fakten nicht mehr reichen, der Angst ins Auge sehen, die verhindern will, dass Sicherheit oder Bedeutung verloren geht. Erst diese Entwicklungsprozesse stärken Menschen und Organisationen gleichermassen. Zudem hat unsere Generation nicht den Luxus, dass wir mit der überholten Haltung noch weiter Entscheide fällen können respektive der nächsten – noch jungen Generation – die Bürde des „Aufräumens“ übertragen.

Wir können als Gesellschaft weder mit einem bedingungslosen Grundeinkommen noch mit einer radikal neuen Bildung gesellschaftlich balanciert zu einem Teil der Natur werden. Wir können einzig unsere Existenz als Menschen, Führungspersonen in den Dienst der natürlichen Balance stellen, wenn wir unsere Wurzeln ausfahren, den Stamm stärken und die Äste auf ganzheitliche und gesunde Art stärken. Erst dann werden Früchte sichtbar und das Herz im Zentrum mit dem Verstand balanciert. Der SMARTe Mensch wird sich aus einer freiheitlichen, solidarischen Haltung in eine ganzheitliche Haltung entwickeln müssen, um mit Vielfalt und Zielkonflikten der Nachhaltigkeit lernen im Alltag umgehen zu können. Und dies ohne, dass Konflikte unter den Teppich gekehrt werden. Diese Entwicklung können wir durch ein revidiertes Menschenbild, selbstorganisierte Zusammenarbeitsformen, eine gutüberlegte Reform der Weiterbildung und sinnvollen Ergänzungen der Grundbildung bestärken.

Zu diesem Zweck sind Utopien und Labore, die neue Wege beschreiten enorm wichtig. Sie zeigen neue Wege und bauen neues Erfahrungswissen auf. Realität wird nicht in Berichten und Theorien geschaffen. Es braucht Geschichten des Gelingens, die in Deutschland zum Beispiel im Zukunftsarchiv von der Futur Zwei Stiftung gesammelt werden.